DAS GUT

Fast ganz am Ende der Rosenkrantzer Straße steht ein prächtiges Gutshaus, welches der kleinen Straße ihren Namen gegeben hat. Das Gut Rosenkrantz. Hier lebt die Familie von Münchhausen.

Sie denken jetzt an den Baron von Münchhausen? Ein Verwandt­schaftsgrad besteht tatsächlich. Bei der Geschichte von Ernst-Friedemann von Münchhausen, Gründungs­ge­sell­schafter der Handels­ge­sell­schaft für Naturprodukte, handelt es sich allerdings um eine wahre Begebenheit, die mit viel harter Arbeit, einer guten Idee und aus Überzeugung begann.

Wie alles begann...

Der Landwirt­schafts­meister Ernst-Friedemann von Münchhausen übernahm den Betrieb auf Gut Rosenkrantz 1977, der zunächst konven­tionell bewirt­schaftet wurde.  "Damals wurden hier noch Milchkühe gehalten, was ich zunächst auch so beibehalten und weiter­geführt habe“, erklärt der Gutsbe­sitzer. Aus privaten und gesund­heit­lichen Gründen entschied er sich 1989 für die Umstellung auf ökologische Landwirt­schaft.

 

Das Thema Vermarktung ist Gut Rosenkrantz nach der Umstellung von Anfang an wichtig gewesen. Zusammen mit dem auf Gemüseanbau spezia­li­sierten Nachbarhof, sollte es zunächst in Richtung Hofladen gehen, doch bald stellte sich heraus, dass für die produzierten Mengen an Bio-Getreide des Gutes Rosenkrantz andere Vermark­tungswege gefunden werden müssen. Der erste Schritt dabei war, dass zusammen mit mehreren Bio-Landwirten eine Erzeuger­ge­mein­schaft ins Leben gerufen wurde. Im zweiten Schritt gründeten dann Ernst-Friedemann von Münchhausen, sein Schwager Peter Diederichsen und Achim Schwarz, die Handels­ge­sell­schaft für Naturprodukte. Das war im Februar 1992.

Die Handels­ge­sell­schaft erwarb zunächst die leerste­henden Gebäude der Getreide AG, der jetzigen Schinkeler Möhl. „Dort hatten wir Lagermög­lich­keiten und konnten Anlagen zur Getrei­de­trocknung und zur Getrei­der­ei­nigung aufbauen und waren damit nicht mehr von anderen abhängig“, erklärt von Münchhausen. Über die Handels­ge­sell­schaft wurde der Kontakt zu ökologisch wirtschaf­tenden Bäckereien gefunden, die dann mit Speise­ge­treide beliefert wurden. Schnell vergrößerte sich die Produkt­palette und der geogra­phische Wirkungskreis.

 

Aus Platz, aber vor allem aus logistischen Gründen, zog die Handels­ge­sell­schaft 2001 mit Sack und Pack von Schinkel nach Neumünster. Betriebs­standort ist seitdem die in den 1980er Jahren errichtete Mühle Tode. Auf dem neuen Gelände befindet sich eine Feinmühle, die 2007 in Betrieb genommen werden konnten. „Damit wurden wir dann auch zu Müllern.“ Hier können bis zu 6.000 Tonnen Bio-Getreide gelagert werden und dank der im Sommer 2006 neu gebauten Lagerhalle wurde Platz für in etwa 1.000 zusätzliche Paletten­stell­plätze geschaffen.

 

Inzwischen beschäftigt die Handels­ge­sell­schaft gemeinsam mit der Tochter­ge­sell­schaft Gut Rosenkrantz Bio-Futter GmbH rund 90 Mitarbeiter. Das Geschäfts­konzept der Handels­ge­sell­schaft beinhaltet das gelieferte Bio-Saatgut, den Getrei­de­handel und auch die Vermahlung und den Handel mit ökologischen Rohstoffen für Bäckerei und Industrie- sowie Unverpackt­kunden, bei denen wir je nach Produkt und Kunden­wunsch in Bio/Bioland/Naturland und Demeter Qualität liefern können.

 

 

 

 

 

Seit 2009 hat die Handels­ge­sell­schaft Ihre Aktivitäten zur Herstellung und den Vertrieb von Mischfutter in eine eigene Gesell­schaft – die Gut Rosenkrantz Bio Futter GmbH & Co. KG – mit einer Lager- und Produk­ti­ons­stätte in 27211 Bassum, überführt.

Seine Leiden­schaft für ökologische Landwirt­schaft hat Ernst-Friedemann von Münchhausen an seine Kinder weiter­gegeben. Nachdem seine Tochter Louisa von Münchhausen ihr duales Studium und ein anschlie­ßendes Master­studium der Agrarökonomie beendet hatte, arbeite sie für einen amerika­nischen Handels­konzern. Vor fünf Jahren ist sie in das Unternehmen eingestiegen, wo Sie zur Zeit die Saatgut- und Getrei­de­ab­teilung leitet.

 

Auch die Zukunft der Produktion auf dem Gut ist gesichert. Sohn Tilman von Münchhausen hat nach Abschluss seiner Landwirts­aus­bildung und dem Studium der Agrarwis­sen­schaft den Betrieb übernommen.

 

Die dritte im Bunde, Tochter Johanna, führt einen weiteren landwirt­schaft­lichen Betrieb in Sachsen-Anhalt und ist ebenfalls im Unternehmen in der Saatgut­be­ratung und dem Getrei­de­einkauf tätig.

 

Die älteste Tochter Christiane ist promovierte Tierärztin.